Da war ich mal unterwegs ...
Konzert: "Stray Cats" - 02.09.2008 - E-Werk Köln - Von Pimmel

 

Da man mich nun musikalisch in keine Schublade stecken kann, war es auch nicht verwunderlich, dass es mich am 10.04.2008 zum Ticketverkauf in der Schildergasse in Köln zog. Gekauft wurden zwei Karten für ein Konzert der Band "Stray Cats", für je 45 Euro. Es war also Zeit die Haare nach hinten zu stylen und im Denim-Outfit den Tanz, in der wohl besten Location Deutschlands, anzufangen.

Eigentlich wollte ich die Jule mitnehmen, doch die Jule war vor einigen Tagen noch im beschaulichen Weißrussland mit ihrer Band auf Tournee und somit waren wohl weder Nerven noch Geld vorhanden. Ich beschloss umgehend eine Freundin mitzunehmen. Welche aber kurz vorher, mir auf eine lustige Art und Weise mitteilte, dass sie wohl doch keine Zeit haben würde. Somit musste ich mich neu entscheiden und die Meike wurde, sozusagen, als Begleitung zum Rocken mitgenommen.

Am besagten Abend ging es vor dem Konzert zu unserem Liebelingshippie, welcher mit seiner Mitbwohnerin eine vorzüglich leckere Pizza gebacken hatte und uns bereits Bier kaltstellte. Gefüllt und gut genährt ging es mit dem Bier schlendert auf dem Fahrrad zum E-Werk. Dort angekommen versuchten wir herauszufinden, wo der Altersdurchschnitt liegen würde. Zudem waren wir vom Publikum erschrocken. Es war alles vertreten. Von den üblichen Rockabilly's über scheinbare EMO's zog sich die Masse von D-Prominenz (z.B.Mirco Reseg) über Professoren, Wohlstandskindern bis hin zu den legendären Hells Angels Vertretern.

Weitesgehend lies uns die Erkenntnis kalt und ich freute mich mal wieder auf einen ausgewogenen Mix aus Rockabilly und Punk mit einem Hauch von New Wave. Als die Zeit reif war und wir uns vorgekämpft hatten, wurden unsere Wünsche erfüllt. Von der mir namentlich immernoch unbekannten Vorband. Diese spielte etwa 45 Minuten und nach einem Umbau von ca. 20 Minuten kam auch schon Brain Setzer mit seinen Jungs auf die Bühne. Er selber war schon ein paar Mal bei der Vorband zu sehen, da er für sein Familienalbum ein paar Fotoaufnahmen machte.

Doch nun ging es los. Einige Lieder kannte man vom Hören. Von Abenden in Kneipen oder bei Freunden und somit konnte das Dasein eines Hobby-Rockabilly's gestartet werden. Nochmal durch die Haare gestriffen und auf ging es. Die Hüfte schwingte fleißig im Kreis und die Musik schallte in die Ohren. Und der Schweiß floss die Stirm hinunter.

Das die Band nun mittlerweile nicht mehr die jüngste im Musikbusiness ist hat man unweigerlich am Äußern Setzers gesehen, wobei sich die Kollegen Slim Jim und Lee gut gehalten haben. Zumindest war an denen kein graues Haare sichtbar. Auch war das Outfit anders als bei der bereits "letzten" Tournee 2004. Während man damals noch auf die rockige Schiene gekleidet war und seine Überreste der alten Zeit präsentierte, wurde auf der Farewell-Tour im Anzug gerockt. Was vor allem dem alten Eisen Setzer gut ins Licht setzte. Er selber hat ja auch im Solo-Part gutgekleidet mehr Erfolg als seine Bandmitstreiter.

Musikalisch sensationell! Aber bühnentechnisch hat es einfach an diesem Abend nicht gerockt. Alle standen starr rum, trotzdem der Beat die Hüften kreisen lies. Und die wie auf Drogen wirkenden Einlagen des Drummers haben die Stimmung auch nicht wenden können.

Alles in allem war die dritte Reunion für uns zwei nicht gerade der sogenannte "Burner". Eine Band sollte wissen wann die Zeit reif ist, die Bandgeschichte abgeschlossen in die Vitrine zu stellen. Für uns war bereits nach etwa über einer Stunde die Zeit reif, der Band den Rücken zu kehren und Live mit ihr abzuschließen. Wie erwartet waren wir nicht die einzigen die den Weg entäuscht nach Hause antraten.